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Roy Maurice Keane (* 10. August 1971 in Cork) ist ein irischer Fußballtrainer und ehemaliger -spieler. Bekannt wurde der zweikampfstarke und mit großen Führungsqualitäten ausgestattete zentrale Mittelfeldspieler speziell für seine mehr als zwölf Profijahre bei Manchester United. Dort gewann der WM-Teilnehmer von 1994 sieben englische Meisterschaften, vier FA-Cup-Trophäen und 1999 – wenngleich im Finale aufgrund einer Gelbsperre nicht eingesetzt – die Champions 

einem letzten Kurzengagement für Celtic Glasgow in der Saison 2005/06, als er noch einmal die schottische Meisterschaft und den Ligapokal errang, wechselte er ins Trainerfach. Bis dato letzte Station im Vereinsfußball war der englische Zweitligist Ipswich Town, für den sich Keane von April 2009 bis Januar 2011 als sportlicher Leiter betätigte. Im Herbst 2013 wurde er zusammen mit Martin O’Neill zum neuen Teamchef der irischen Fußballnationalmannschaft bestimmt.

Jugend

Roy Keane entstammt einer Arbeiterfamilie aus Mayfield, einem Vorort der Stadt Cork. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation musste sein Vater Maurice in verschiedenen Jobs arbeiten, um die Familie durchzubringen. Der junge Roy war ein begeisterter Sportler, der Fußball und Boxen liebte, jedoch mehr Talent zum Fußball besaß und mit acht Jahren dem Rockmount AFC beitrat. Nach dem Schulabschluss nahm Keane nur Gelegenheitsjobs an, um auch weiterhin genügend Zeit für den Fußball zu haben. Wie viele irische Fußballer hoffte Keane auf einen lukrativen Profivertrag in der englischen oder schottischen Liga.

Vereinskarriere

Cobh Ramblers (1989–1990)

Als Entdecker von Roy Keane gilt Eddie O’Rourke, der zum Ende der 1980er-Jahre Jugendtrainer der Cobh Ramblers war. Dieser überzeugte Keane 1989 zu einem Wechsel von Rockmount und schnell stieg der Neuling in der Gunst der sportlichen Führung des irischen Erstligisten auf. Häufig musste der robuste und physisch starke Mittelfeldmann an einem Wochenende gar zwei Partien absolvieren – jeweils eine für die Jugend- und die Seniorenmannschaft. Bald weckte er das Interesse englischer Vereine und bei einem Jugendpokalspiel gegen die Belvedere Boys war ein Talentscout von Nottingham Forest zugegen. Keane spielte kurz darauf bei einem Probetraining vor und der damals in Nottingham verantwortliche Cheftrainer Brian Clough war vom 18-jährigen Iren schließlich überzeugt. Er verpflichtete Keane im Sommer 1990 für 47.000 Pfund Ablöse

Nottingham Forest (1990–1993)

Keanes Start in Nottingham war problematisch, da er mit Eingewöhnungsproblemen zu kämpfen hatte und Trainer Clough mehrfach bat, nach Hause reisen zu dürfen. In dieser wichtigen Frühphase der Karriere war Clough dazu bereit und Keane äußerte in seiner späteren Autobiografie große Dankbarkeit und bezeichnete das Entgegenkommen als wichtigen Faktor zur Überwindung der anfänglichen Hindernisse im Profifußball. Sportlich zeigte sich Keane für den neuen Klub erstmals während der Sommervorbereitung in den Niederlanden. Dort agierte er für die U-21-Auswahl und verwandelte in einem Freundschaftsspielturnier im Finale gegen Haarlem den entscheidenden Strafstoß im Elfmeterschießen. Keanes Weg ging schnell über die Reservemannschaft von Nottingham Forest in die „erste Elf“, wo er gleich zu Beginn der Saison 1990/91 gegen den FC Liverpool debütierte. Stetig gute Leistungen für „Forest“ sorgten dafür, dass Clough Keane mit zunehmender Dauer der Spielzeit immer regelmäßiger einsetzte. Auf dem Weg zum Stammplatz im Jahr 1991 verdrängte Keane mit Steve Hodge einen ehemaligen englischen Nationalspieler. Dazu waren drei Tore bis zum Einzug ins FA-Cup-Finale 1991 gekommen, in dem er schließlich mit „Forest“ knapp an Tottenham Hotspur scheiterte. Im Jahr darauf zog er im Ligapokal in ein weiteres Endspiel ein und unterlag dort mit 0:1 seinem späteren Klub Manchester United.

Nach Einführung der Premier League zur Saison 1992/93 musste Nottingham als Tabellenletzter absteigen. Für den ehrgeizigen Keane war klar, dass er den Weg in die Zweitklassigkeit nicht mitgehen wollte und er hatte deshalb eine Ausstiegsklausel ausgehandelt. Es kam zum Bruch mit Clough, der Keane angesichts dessen hoher Gehaltsforderungen als „gieriges Kind“ beschimpfte und äußerte, dass Keane zwar der aktuell aussichtsreichste Spieler im Fußball überhaupt sei, aber den Klub nicht ruinieren würde. Bei den eigenen Anhängern blieb wenig von den Unstimmigkeiten hängen, was sich in der Fanwahl zum besten Spieler der abgelaufenen Saison 1992/93 ausdrückte. Als Nottinghams Abstieg feststand und sich Keane auf die Ausstiegsklausel berief, war mit den Blackburn Rovers schnell ein Hauptinteressent gefunden und die beteiligten Vereine trafen eine grundsätzliche Transferübereinkunft plus der Zahlung einer Ablösesumme von vier Millionen Pfund. Just an dem Tag, als die Vertragspapiere unterzeichnet werden sollten, meldete sich mit Alex Ferguson der Trainer von Manchester United telefonisch bei Keane und überredete ihn dazu, die Vereinbarung mit Blackburn platzen zu lassen und stattdessen zu „seinem“ Verein zu wechseln. Binnen zweier Wochen wurde schließlich der Wechsel für die damalige britische Rekordablöse von 3,75 Millionen Pfund eingefädelt.

Manchester United (1993–2005)

 

Manchester United befand sich Anfang der neunziger Jahre auf dem Weg, die vorherrschende englische Mannschaft zu werden und hatte erstmals seit 26 Jahren den Meistertitel geholt. Trainer Ferguson hatte Keane mittelfristig die Rolle als Nachfolger des alternden Bryan Robson zugedacht und gleich in seinem ersten Heimspiel am 19. August 1993 traf der Neuling beim 3:0 über Sheffield United doppelt. Am Saisonende verteidigte Man United die Meisterschaft und holte das erste Double der Vereinsgeschichte. Danach begann Ferguson damit die Mannschaft umzubauen: er verkaufte ältere Spieler und ersetzte diese durch junge Talente wie David Beckham, Gary Neville, Paul Scholes und Nicky Butt, weshalb Keane bald zu den erfahrenen Akteuren des Kaders zählte. Dabei war er zu Beginn nicht nur auf seiner bevorzugten Position im zentralen Mittelfeld unterwegs, sondern half beispielsweise in der Saison 1994/95 auch auf dem Rechtsverteidigerposten oder in der Innenverteidigung aus. Grundsätzlich bildete er jedoch mit seiner Zweikampfstärke und Passsicherheit den Fixpunkt im zentralen Mittelfeld der umgebauten United-Mannschaft und nicht wenige Experten bezeichneten ihn bereits als besten Mittelfeldspieler der Premier League. Dabei war in der Umbruchphase ein nicht unwesentlicher Faktor, dass Keane in der „Schaltzentrale“ gut mit dem jungen Butt harmonierte, der nach dem überraschenden Wechsel von Paul Ince plötzlich dessen verantwortungsvolle Rolle zu übernehmen hatte. Nicht nur, dass er mit United 1996 erneut den Doppelerfolg aus FA Cup und englischer Meisterschaft feierte, auch Gerüchte über einen möglichen Wechsel zum FC Barcelona, der zu diesem Zeitpunkt von Bobby Robson trainiert wurde, kamen auf. Keane bezog dazu eindeutig Position, indem er im August 1996 in Manchester einen neuen Fünfjahresvertrag unterschrieb und mit dem Klub seinen dritten Premier-League-Titel errang – für den Verein war es die vierte Meisterschaft innerhalb von fünf Jahren. Nach dem Abgang von Éric Cantona übernahm Keane im Sommer 1997 dessen Kapitänsamt, aber die bis dato stetige Positiventwicklung widerfuhr eine plötzliche Unterbrechung, als er sich im September 1997 während eines Zweikampfs mit Alf-Inge Haaland in der Partie bei Leeds United das Kreuzband riss – da ihn Haaland spontan des „Simulierens“ verdächtigte, revanchierte sich Keane an ihm nach über 3½ Jahren mit einem schweren und absichtlichen Foul. Nicht zuletzt Keanes lange Verletzungspause, die bis kurz vor Ende der Saison 1997/98 andauerte, war mitverantwortlich dafür, dass Manchester United in diesem Jahr ohne Trophäe blieb.

Seine besonderen Fähigkeiten stellte Keane wieder in der Saison 1998/99 unter Beweis. Dabei verpasste er in der gesamten Saison nur sieben Pflichtspiele und die wiederum nur deswegen, weil er während sämtlicher Ligapokalpartien für die anderen drei Hauptwettbewerbe geschont wurde. Am Dreifacherfolg aus Champions League, FA Cup und Premier League hatte Keane entscheidenden Anteil, was bereits in der Gruppenphase begann, als er in der wichtigen letzten Partie gegen den FC Bayern München den Führungstreffer schoss (Endstand: 1:1) und damit die Qualifikation für die KO-Spiele knapp gelang. Auch sein Beitrag im ersten FA-Cup-Halbfinale gegen den FC Arsenal war von großer Bedeutung, wenngleich er später in der Begegnung die rote Karte sah und für das Wiederholungsspiel gesperrt war. Eine seiner wohl besten Leistungen der gesamten Karriere war das Champions-League-Semifinalrückspiel bei Juventus Turin, als sein Team bereits mit 0:2 zurücklag und die Partie unter seiner Führung spektakulär in einen 3:2-Sieg umdrehte. Aufgrund einer Gelbsperre war er jedoch beim 2:1-Endspielsieg seiner Mannschaft über den FC Bayern München zum Zuschauen „verdammt“. Beim Gegner aus Turin hatte Keane erneut Begehrlichkeiten geweckt, aber mit einer weiteren Vertragsverlängerung, die ihm Presseberichten zufolge ein Wochensalär von 55.000 Pfund einbrachte, wehrte United ein weiteres Mal die Transfergebote ab. Sportliche Höhepunkte in der Saison 1999/2000 waren der Sieg im Weltpokal, als Keane den einzigen Treffer zum 1:0 gegen Palmeiras São Paulo besorgte, der Gewinn der mittlerweile fünften englischen Meisterschaft und für ihn persönlich die Wahl zu Englands Fußballer des Jahres – sowohl durch die Journalistenvereinigung als auch über die Spielergewerkschaft PFA.

In den anschließenden Jahren interpretierte Keane seine Rolle etwas defensiver, was ihm zwar weniger eigene Torerfolge einbrachte, aber Spielern wie David Beckham in der Spielzeit 2000/01 ermöglichte, sich verstärkt in die Offensive einzuschalten. Wenngleich die Champions-League-Saison trotz eines viel versprechenden Starts etwas enttäuschend im Viertelfinale endete, verteidigte Keane mit „United“ 2001 überlegen die englische Meisterschaft. Ein weiteres Beispiel für die Abhängigkeit von United von seinem Skipper „Keane“ war die titellose Saison 2001/02, in der der Kapitän von Ende September bis Anfang November 2001 verletzungsbedingt fehlte und nach seiner Rückkehr erst einmal in der Vierer-Abwehrkette eingesetzt wurde, um die Flut an Gegentoren einzudämmen. Ein Jahr später gewann er die siebte und letzte englische Meisterschaft in seiner aktiven Laufbahn und obwohl er mittlerweile im „Herbst der Karriere“ angelangt war und eine Hüftoperation ihn zeitweise außer Gefecht gesetzt hatte, trug er wesentlich zum Premier-League-Erfolg bei – wobei nicht unwesentlich war, dass er sich nach seinem (zeitweiligen) Rücktritt aus der irischen Nationalelf vollständig auf den Vereinsfußball fokussierte. Obwohl Keane mit den zur Saison 2003/04 neu verpflichteten Kléberson und Éric Djemba-Djemba gleich doppelte Konkurrenz auf seiner Position bekam, verteidigte er weiter seinen Stammplatz und führte das Team nach einem 3:0-Finalsieg gegen den FC Millwall zum vierten – und ebenso letzten – FA-Cup-Erfolg in seiner Laufbahn. Es war Keanes letzter Titel im englischen Fußball als aktiver Spieler und nach einer Saison 2004/05, die ohne Trophäe endete[, ließ Keane wissen, dass die Spielzeit 2005/06 seine letzte im Old Trafford sein werde. Diese war zu Beginn durch seine chronischen Rücken- und Beckenbeschwerden negativ beeinflusst und plötzlich veröffentlichte der Klub im November 2005 die sofortige Trennung von seinem verdienten Spieler, dem dadurch im folgenden Monat ein Wechsel zu Celtic Glasgow – und damit die Erfüllung eines „Kindheitstraums“ – möglich war. Auslöser der Trennung war ein eskalierender Streit zwischen Keane und seinem Trainer Alex Ferguson. Keane hatte einige Wochen zuvor in einem Interview mit dem vereinseigenen Fernsehsender „MUTV“ die Transferpolitik des Vereins und mehrere Mitspieler, u. a. Rio Ferdinand, Kieran Richardson, Alan Smith, John O’Shea und Darren Fletcher hart kritisiert. Ferguson untersagte daraufhin die Ausstrahlung des Interviews.

Rückblickend war Keane der verlängerte Arm von Trainer Ferguson. Mit überdurchschnittlichem Einsatzwillen und großer Zweikampfstärke ging er stets vorneweg. Auch neben dem Platz vertrat Keane stets seine Meinung und stand dafür ein, auch wenn er beispielsweise die Man-United-Fans kritisierte. Der große Wert des Kapitäns zeigte sich, als es um Keanes Vertragsverlängerung ging und Manchester United ihn zum bestbezahlten Spieler in seiner Geschichte machte. Auf der anderen Seite hatte er stets mit seinem Temperament und Disziplinlosigkeiten zu kämpfen, so erhielt er 13 rote Karten während seiner Karriere. In 12½ Jahren bestritt er 480 Pflichtspiele und schoss 51 Tore, darunter 326 Premier-League-Spiele (33 Tore), 60 FA-Cup-Partien (zwei Tore) und 82 Europapokalbegegnungen (14 Tore).