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Das Old Trafford, das von Bobby Charlton den Spitznamen Theatre of Dreams („Theater der Träume“) erhielt, entstand nach den Plänen des Architekten Archibald Leitch und wurde im Jahr 1910 eröffnet. Den Besucherrekord erzielte man im Jahr 1939, als 76.962 Zuschauer das Halbfinale des FA Cupzwischen den Wolverhampton Wanderers und Grimsby Town sahen. Aufgrund von Schäden durch Fliegerbomben während The Blitz im Zweiten Weltkrieg konnte

das Old Trafford von 1941 bis 1949 nicht genutzt werden und Manchester United musste das Stadion Maine Road desnStadtrivalen Manchester City nutzen. Die Konsequenzennaus dem 1990 erschienenen Taylor Report hatten in den folgenden zwei Jahrzehnten umfangreiche

Umbauarbeiten zu einem reinen Sitzplatzstadion zur Folge, wodurch die Kapazität zwischenzeitlich auf 44.000 Zuschauer sank.

Mit mehreren Tribünenneubauten stieg sie bis 2009 wieder auf den heutigen Stand.

Im Old Trafford fanden zahlreiche bedeutende Fußballspiele statt, darunter Länderspiele der englischen Fußballnationalmannschaft, Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 und der

Fußball-Europameisterschaft 1996, das Finale der UEFA Champions League 2002/03 sowie Spiele des olympischen Fußballturniers 2012. Das Old Trafford ist auch Austragungsort wichtiger Begegnungen in der Sportart Rugby League, darunter die  Finalspiele der Weltmeisterschaften 2000 und 2013; darüber hinaus findet hier seit 1998 das Finale der Super League statt.

Stadionbau und erste Jahre

Der Manchester United Football Club, 1878 als Newton Heath L&Y Railway Football Clubgegründet, spielte in den ersten drei Jahrzehnten seines Bestehens an zwei verschiedenen Standorten: zunächst bis 1893 an der North Road im Stadtteil Newton Heath, anschließend an der Bank Street in Clayton. Beide Stadien waren von sehr schlechten Platzverhältnissen geprägt, bei denen die Spielfelder eher Kiesgruben oder Sümpfen glichen. An der Bank Street litten die Spieler zusätzlich unter den Rauchschwaden benachbarter Fabriken. Der Brauereiunternehmer John Henry Davies bewahrte den Verein 1902 vor dem Konkurs und benannte ihn in Manchester United um. Als mit dem Meistertitel 1908 und dem Pokalsieg 1909 erfolgreichere Zeiten anbrachen, hielt er das Stadion an der Bank Street nicht mehr für angemessen, so dass er Geldmittel für ein neues Stadion zur Verfügung stellte. Davies hielt in und um Manchester Ausschau nach einem geeigneten Standort und fand eine freie Fläche neben dem Bridgewater-Kanal in Old Trafford.

 

Der ehemalige Spielertunnel ist das einzige erhalten gebliebene Element von Archibald Leitchs Bauwerk

Der erste Entwurf des schottischen Architekten Archibald Leitch, der zuvor bereits mehrere Stadien entworfen hatte, sah eine Kapazität von 100.000 Zuschauern vor. Während an der Südseite eine überdachte Sitzplatztribüne geplant war, sollten an den drei übrigen Seiten nicht überdachte Stehplatzterrassen entstehen. Zusammen mit dem Landkauf wurden die Baukosten auf ursprünglich insgesamt 60.000 Pfund Sterling veranschlagt. Als die Kosten zu steigen begannen, wären 30.000 Pfund zusätzlich notwendig geworden, um die beabsichtigte Kapazität zu erreichen. Auf Anregung von Vereinssekretär John Bentley wurde die Kapazität auf ungefähr 80.000 Zuschauer reduziert. Trotz dieser Sparmaßnahme festigten die hohen Baukosten den seit der Übernahme durch Davies erworbenen Ruf von Manchester United als „Geldsack“-Verein (Moneybags United), zumal die Ablösesummen sich damals um 1.000 Pfund bewegten.

Im Mai 1908 versuchte Leitch die Eisenbahngesellschaft Cheshire Lines Committee (CLC), die unmittelbar neben dem vorgeschlagenen Baugelände ein Depot besaß, durch ein Schreiben zu überzeugen, den Bau der Haupttribüne neben der Bahnlinie finanziell mit 10.000 Pfund zu unterstützen – rückzahlbar durch jährliche Raten von 2.000 Pfund oder durch die Hälfte der Einnahmen aus dem Eintrittskartenverkauf der Haupttribüne bis zur Begleichung des

Darlehens. 

Trotz der Zusicherung, dass der Verein selbst und zwei von Davies geführte lokale Brauereien für das

Darlehen bürgen würden, lehnte die CLC den Vorschlag ab. Die CLC hatte geplant, neben dem

neuen Stadion einen Bahnhof zu bauen. Der Bahnhof Trafford Park entstand schließlich

knapp zwei Kilometer weiter stadtauswärtsals ursprünglich geplant.

Zwei Jahrzehnte später entstand eine kleine Haltestelle mit hölzernen Bahnsteigen unmittelbar neben

dem Stadion. Sie wurde am 21. August 1935 eröffnet und hieß zunächst United Football Ground, erhielt aber zu Beginn des folgenden Jahres die neue Bezeichnung Old Trafford Football Ground.

Die Bauarbeiten am Stadion führte das Unternehmen Messrs Brameld and Smith aus Manchester aus, Ende 1909 war das Bauprojekt abgeschlossen. Das Eröffnungsspiel fand am 19. Februar 1910 statt: Manchester United empfing den FC Liverpool und verlor mit 3:4. Ein beim Spiel anwesender Journalist des Sporting Chronicleberichtete, dieses Stadion sei „die ansehnlichste, weitläufigste und außergewöhnlichste Arena, die ich jemals gesehen habe. Als Fußballstadion ist sie in der Welt unerreicht, sie ist eine Ehre für Manchester und die Heimat einer Mannschaft, die Wunder vollbringen kann, wenn sie entsprechend gewillt ist.“

Vor dem Bau des Wembley-Stadions im Jahr 1923 fanden die Endspiele des FA Cup in wechselnden Stadien in England statt, zweimal auch im Old Trafford. Die erste Begegnung war die Wiederholung des Endspiels von 1911 zwischen Bradford Cityund Newcastle United, nachdem das eigentliche Endspiel in Crystal Palace nach Verlängerung mit einem torlosen Unentschieden geendet hatte. In Manchester setzte sich Bradford am 26. April vor 58.000 Zuschauern mit 1:0 durch. Das zweite Endspiel fand am 24. April 1915 statt. Dabei siegte Sheffield United mit 3:0 gegen den FC Chelsea. Da die meisten der 50.000 Zuschauer Militärangehörige waren, erhielt dieses Spiel den Spitznamen Khaki Cup Final. Das erste Länderspiel im Old Trafford folgte am 17. April 1926: Vor 49.429 Zuschauern verlor England mit 0:1 gegen Schottland.

Kriegsschäden

Als Teil eines 35.000 Pfund teuren Modernisierungsprogramms erhielt die Nordtribüne 1936 ein 80 Yards (73,15 Meter) langes Dach, zwei Jahre später kamen Dächer über die zwei südlichen Ecken hinzu. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, requirierte das Militär das Stadion, um es als Lager zu verwenden. Fußball wurde weiterhin gespielt, bis ein deutscher Luftangriff auf das benachbarte Industriegebiet Trafford Park am 22. Dezember 1940 das Stadion so weit beschädigte, dass das geplante Weihnachtsspiel gegen Stockport County ins Stadion der Gastmannschaft verlegt werden musste. Nach Beseitigung der Schäden konnte der Spielbetrieb am 8. März 1941 wieder aufgenommen werden, doch ein weiterer deutscher Angriff am 11. März zerstörte das Stadion zu einem großen Teil (insbesondere die Haupttribüne). Manchester United war gezwungen, seinen Sitz in das Colnbrook-Kühllager zu verlegen, das dem Vereinsvorsitzenden James W. Gibson gehörte.

Auf Druck von Gibson gewährte die Kriegsschädenkommission (War Damages Commission) dem Verein eine Entschädigung von 4.800 Pfund für die Beseitigung der Trümmer und weitere 17.478 Pfund für den Wiederaufbau der Tribüne. Während des Wiederaufbaus des Stadions trug Manchester United seine Heimspiele an der Maine Roadaus, dem Stadion des Stadtrivalen Manchester City. Der Verein musste jährlich 5.000 Pfund Miete bezahlen und einen Anteil an den Zuschauereinnahmen abgeben. Manchester United hatte nun Schulden in der Höhe von 15.000 Pfund und konnte diese aufgrund der erhöhten Kosten kaum abtragen. Der Unterhaus-Abgeordnete Ellis Smith von der Labour Party ersuchte die Regierung vergeblich um eine Aufstockung der Entschädigung für den Verein. Mehr als acht Jahre nach der Zerstörung konnte das Old Trafford wieder genutzt werden. Das erste Spiel im wiederhergestellten Stadion fand am 24. August 1949 statt, als 41.748 Zuschauer den 3:0-Sieg des Heimteams gegen die Bolton Wanderers mitverfolgten.